Camus, Albert (6. Aufl., 1985): Die Pest, Hamburg – Zitatesammlung

Inhalt:

Ich habe die Zeit der Quarantäne und der Ausgangsbeschränkungen im März 2020 dazu genutzt, die „Pest“ von Albert Camus zu lesen. Es ist verblüffend, wie viele Parallelen zwischen Camus‘ „Pest“ und meinem Erleben im Umgang mit der Corona-Pandemie gezogen werden können. Diejenigen Zitate, die mich besonders angesprochen haben, sind hier aufgeführt – von daher handelt es sich um eine absolut subjektive Sammlung. Ein Teil dieser Zitate oder Ausschnitte aus den Zitaten wird im April 2020 auf meiner Homepage www.harald-klein.koeln unter „Verw:ortet“ zu lesen sein. Die Sammlung der Zitate können Sie hier  herunterladen.

Eine Rezension zur „Pest“ findet sich online auf https://kritisch-lesen.de/rezension/hoffnung-in-der-sinnfreien-welt[30.03.2020]

 Zitate aus dem Buch:


„Der Angestellte Grand angesichts von Gottard, der sich das Leben nehmen wollte, zu Dr. Rieux und auf dessen Frage, ob Gottard Verwandte habe: ‚Ich kann zwar nicht behaupten, dass ich ihn kenne, aber man muss sich gegenseitig helfen.‘“ (16)

„Die Zeitungen, die so viel über Ratten geschrieben hatten, schwiegen sich aus. Die Ratten sterben eben auf der Straße und die Menschen im Zimmer. Und die Zeitungen befassen sich nur mit der Straße.“ (26)

„Solange jeder Arzt nur von zwei oder drei Fällen wusste, war es niemandem in den Sinn gekommen, etwas zu unternehmen. Aber schließlich genügte es, dass einer ans Zusammenzählen dachte. Das Ergebnis war beängstigend. In kaum ein paar Tagen vervielfältigten sich die tödlich verlaufenden Fälle, und denen, die sich mit dieser merkwürdigen Krankheit befassten, wurde es ganz klar, dass es sich um eine regelrechte Epidemie handelte.“ (26)

„Der Arzt blickte immer noch aus dem Fenster. Jenseits der Scheiben der frische Frühlingshimmel, und diesseits das Wort, das noch im Zimmer nachhallte: die Pest. Das Wort enthielt nicht nur den Sinn, den die Wissenschaft hineinzulegen beliebte, sondern eine lange Folge außerordentlicher Bilder, die nicht passen wollten zu dieser gelben und grauen Stadt, die um diese Zeit nur mäßig belebt war, mehr dumpf summend als lärmend, eigentlich glücklich, wenn es möglich ist, glücklich und glanzlos zugleich zu sein. […] Der Arzt öffnete das Fenster, und der Lärm der Stadt schwoll plötzlich an.“ (28f)

(Nach der Erklärung des Pestzustands – H.K.) „Man kann sagen, dass von diesem Augenblick an die Pest uns alle betraf. Bis jetzt war jeder Bürger trotz der Überraschung und der Besorgnis, die diese merkwürdigen Ereignisse mit sich brachten, an seinem gewohnten Platz seiner gewohnten Arbeit nachgegangen, so gut er konnte. Und das musste zweifellos so bleiben. Aber als nun die Tore geschlossen waren, merkten sie, dass sie alle, auch der Erzähler, in der gleichen Falle saßen und dass sie sich damit abfinden mussten. So geschah es zum Beispiel, dass ein so urpersönliches Gefühl wie das der Trennung von einem geliebten Menschen plötzlich, und schon in den ersten Wochen, ein ganzes Volk erfüllte und zusammen mit der Angst das größte Leid dieser langen Zeit der Verbannung bildete.“ (45)

„Unter anderen Umständen hätten unsere Mitbürger übrigens in einem äußerlicheren und tätigeren Leben einen Ausweg gefunden. Aber die Pest überließ sie auch dem Müßiggang, zwang sie, sich in der trüben Stadt im Kreis zu bewegen und Tag für Tag die Beute der enttäuschenden Spiele der Erinnerung zu werden. Denn ihre ziellosen Spaziergänge führten sie immer wieder durch dieselben Straßen und da die Stadt klein ist, waren es meistens Wege, die sie zu einer anderen Zeit mit den Abwesenden gegangen waren. “ (47)

„So brachte die Pest unseren Mitbürgern als erstes die Verbannung. […] Denn das war wirklich das Gefühl der Verbannung, jene Leere, die wir unablässig in uns trugen, diese besondere innere Unruhe, der unvernünftige Wunsch, in die Vergangenheit zurückzukehren oder im Gegenteil die Zeit vorwärts zu treiben ,diese brennenden Pfeile der Erinnerung.“ (47f)

„So musste jeder sich darein fügen, in den Tag hinein zu leben, allein im Angesicht des Himmels. Die allgemeine Verlassenheit, mit der die Zeit die Persönlichkeiten stählen konnte, machte sie zunächst oberflächlich. Einige unserer Mitbürger wurden zum Beispiel damals Sklaven im Dienste der Sonne und des Regens. Ihrem Verhalten nach schienen sie zum ersten Mal den unmittelbaren Eindruck des Wetters zum empfangen. Bei einem einfachen Strahl goldenen Lichtes erhellte sich ihr Gesicht, während sich an Regentagen ein dichter Schleier über ihr Antlitz und ihre Gedanken legte. Noch vor wenigen Wochen entgingen sie dieser Schwäche und dieser unvernünftigen Knechtschaft, weil sie der Welt nicht allein gegenüberstanden und sich in gewissem Maße der Mensch, mit dem sie lebten, vor ihr Universum stellte. Von nun an waren sie im Gegenteil den Launen des Himmels ausgeliefert, das heißt, dass sie ohne Grund litten und hofften.“ (50)

„In dieser äußersten Einsamkeit konnte niemand auf die Hilfe des Nachbarn zählen, und jeder blieb mit seinen Gedanken allein. Wenn einer von uns zufällig versuchte, aus sich herauszugehen und etwas von seinen Gefühlen zu verraten, so war die Antwort, die er erhielt, fast stets verletzend, gleichgültig, wie immer sie ausfiel.“ (50)

„So schmerzlich diese Bedrängnis auch war, so schwer das doch leere Herz auch sein mochte, so ist es dennoch sehr wichtig zu sagen, dass in dieser ersten Periode der Pest diese Verbannten noch Bevorzugte waren. Denn im Augenblick, da die Bevölkerung anfing, die Beherrschung zu verlieren, waren ihre Gedanken ausschließlich auf den Menschen gerichtet, den sie erwarteten. In der allgemeinen Verzweiflung schützte sie die Selbstsucht der Liebe: wenn sie an die Pest dachten, so geschah es immer nur in dem Maße, als sie mit der Trennung auf ewig drohte. So boten sie auch inmitten der Seuche ein Bild heilsamer Zerstreutheit, und man war versucht, sie als Kaltblütigkeit anzusehen. Ihre Hoffnungslosigkeit rettete sie vor der Panik, ihr Unglück hatte auch sein Gutes.“ (51)

„Nach diesen aufreibenden Wochen, nach all den Abenddämmerungen, da die Stadt in die Straßen strömte, um sich dort im Kreis zu bewegen, verstand Rieux, dass er sich nicht mehr gegen das Mitleid wehren musste. Man wird des Mitleids müde, wenn das Mitleid nutzlos ist. Zu fühlen, wie sein Herz sich allmählich in sich selbst verschloss, brachte Dr. Rieux während jener erdrückenden Tage die einzige Linderung. Er wusste, dass ihm dadurch seine Aufgabe erleichtert wurde. Deshalb freute er sich darüber.“ (61)

„Viele hofften indessen, die Seuche werde aufhören und sie werde sie und die ihren verschonen. Infolgedessen fühlten sie sich noch zu nichts verpflichtet. Die Pest war für sie nur ein unangenehmer Besuch, der eines Tages auch wieder fortgehen musste, wie er gekommen war. Sie waren erschreckt, aber nicht verzweifelt, und der Zeitpunkt war noch nicht erreicht, da sie in der Pest ihre eigentliche Lebensform erblickten und ihr bisheriges Dasein vergessen würden. Kurz, sie warteten. Hinsichtlich der Religion wie vieler anderer Probleme flößte die Pest ihnen eine merkwürdige Geisteshaltung ein, die weder Gleichgültigkeit noch Leidenschaft kannte und die sehr gut mit dem Wort ‚Unvoreingenommenheit‘ bezeichnet werden kann.“ (62)

„Aus einigen Häusern […] drang Stöhnen. Früher waren bei solchen Gelegenheiten oft Gaffer zu sehen, die auf der Straße standen und horchten. Aber nach dieser langen Spannung schien sich jedes Herz verhärtet zu haben, und alle schritten oder lebten an den Klagen vorbei, als wären sie die natürliche Sprache der Menschen.“ (73)

„Man zählt die Toten, die Lebenden, und der Spaß ist zu Ende. Aber diese Schweinerei von einer Krankheit! Sogar die, die sie nicht haben, tragen sie im Herzen.“ (76)

„Die Straßenbahn ist das einzige Verkehrsmittel geworden, und die Wagen mit ihren zum Bersten besetzten Trittbrettern und Schutzgittern kommen nur mühsam voran. Merkwürdig ist indessen, wie sich alle Fahrgäste nach Möglichkeit den Rücken zudrehen, um eine gegenseitige Ansteckung zu vermeiden. An den Haltestellen entlässt die Straßenbahn eine Fracht Männer und Frauen, die es eilig hat, auseinanderzugehen und allein zu sein. Es kommt häufig zu Auftritten, die einzig auf die zum Dauerzustand gewordene schlechte Launen zurückzuführen sind.“ (79)

„‚Glauben Sie an Gott, Doktor?‘ […] ‚Nein, aber was heißt das schon? Ich tappe im Dunkeln und versuche dennoch, klar zu sehen. Ich habe schon lange aufgehört, das originell zu finden.‘ – ‚Ist es nicht das, was Sie von Paneloux scheidet?‘ – ‚ Ich glaube nicht. Paneloux ist ein Büchermensch. Er hat nicht genug sterben sehen, und deshalb spricht er im Namen einer Wahrheit. Aber der geringste Priester, der auf dem Land seine Gemeinde betreut und dem Atem eines Sterbenden gelauscht hat, denkt wie ich. Er wird dem Elend zu steuern suchen, ehe er es unternimmt, seine Vorzüge aufzuzeigen.'“ (83)

„‚Weshalb zeigen Sie selbst so viel Aufopferung, wenn Sie doch nicht an Gott glauben? Ihre Antwort wird mir vielleicht helfen, die meine zu finden.‘ Ohne aus dem Schatten zu treten, erwiderte Rieux, dass er schon geantwortet habe. Wenn er an einen allmächtigen Gott glaubte, würde er aufhören, die Menschen zu heilen, und diese Sorge ihm überlassen. Aber kein Mensch auf der ganzen Welt, nein, nicht einmal Paneloux, glaubte an einen solchen Gott, obwohl er daran zu glauben glaube, denn es gebe sich ihm ja niemand völlig hin, und er, Rieux, glaube, wenigstens in dieser Beziehung auf dem Weg zur Wahrheit zu sein, indem er gegen die Schöpfung, so wie sie sei, ankämpfe.“ (83f)

„‚Eben habe ich Paneloux aufgefordert, sich uns anzuschließen.‘ – ‚Und?‘, fragte der Arzt. ‚Er hat überlegt und dann ja gesagt.‘ – ‚Das freut mich‘, sagte Rieux. ‚Ich bin froh, dass er besser ist als seine Predigt.‘ – ‚Alle Leute sind so‘, antwortete Tarrou lächelnd und zwinkerte Rieux zu, ’sie müssen nur die Gelegenheit dazu haben.'“ (99)

„Was meinen Sie, Tarrou, sind Sie fähig, für eine große Liebe zu sterben?“ – „Ich weiß es nicht, aber jetzt scheint es mir kaum mehr möglich.“ – „Da haben wir es. Und Sie sind fähig, für eine Idee zu sterben, das sieht man mit bloßem Auge. Nun gut, ich habe genug von den Leuten, die für eine Idee sterben. Ich glaube nicht an das Heldentum. Ich weiß, dass es leicht ist, und ich habe erfahren, dass es mörderisch ist. Mich interessiert nur noch, von dem zu leben und an dem zu sterben, was ich liebe.“ (108)

„Während sie bisher ihr Leid scheu vom gemeinsamen Elend ferngehalten hatten, fügten sie sich jetzt in die Vermischung. Ohne Gedächtnis und ohne Hoffnung richteten sie sich in der Gegenwart ein. In Wahrheit wurde ihnen alles zur Gegenwart. Man muss es wohl aussprechen: die Pest hatte alle der Fähigkeit zur Liebe und sogar zur Freundschaft beraubt. Denn die Liebe verlangt ein wenig Zukunft, und für uns gab es nichts mehr als Augenblicke.“ (120)

„Rieux richtete sich auf und sagte mit fester Stimme […], man brauche sich nicht zu schämen, wenn man das Glück vorziehe. ‚Ja‘, sagte, Rambert, ‚aber man kann sich schämen, allein glücklich zu sein.'“ (136)

„Rieux wandte sich Paneloux zu. ‚Sie haben recht‘, sagte er. ‚Verzeihen Sie mir. Aber die Übermüdung ist eine Art Wahnsinn. Und es gibt Zeiten in dieser Stadt, da ich nur mehr meine Ermüdung spüre.‘. – ‚Ich verstehe‘, murmelte Paneloux. ‚Es ist empörend, weil es unser Maß übersteigt. Aber vielleicht sollten wir lieben, was wir nicht begreifen können.‘ Rieux richtete sich mit einem Schlag auf. Mit der ganzen Kraft und der Leidenschaft, deren er fähig war, schaute Paneloux an und schüttelte den Kopf. ‚Nein, Pater‘, sagte er. ‚Ich habe eine andere Vorstellung von der Liebe. Und ich werde mich bis in den Tod hinein weigern, die Schöpfung zu lieben, in der Kinder gemartert werden.'“ (142f)

„Wir arbeiten miteinander für etwas, was uns jenseits von Lästerung und Gebet vereint. Das allein ist wichtig.“ (143)

„Des halb musste man es wollen, weil Gott es wollte. Nur so werde der Christ sich nichts ersparen und, nachdem jeder Ausweg versperrt sei, bis auf den Grund der entscheidenden Wahl gehen. Er werde wählen, alles zu glauben, um nicht gezwungen zu sein, alles zu leugnen. Der Christ werde es verstehen, sich Gottes Willen ganz zu überlassen, selbst wenn er unverständlich war. (147)

„Als Tarrou zu Ende war, baumelte er mit den Beinen und klopfte mit einem Fuß leicht auf die Terrasse. Nach einem Augenblick des Schweigens richtete der Arzt sich ein wenig auf und fragte, ob Tarrou eine Vorstellung von dem Weg habe, den man einschlagen müsse, um zum Frieden zu kommen. ‚Ja. Das Mitgefühl.‘“

„‚Eigentlich‘, sagte Tarrou schlicht, ‚möchte ich gerne wissen, wie man ein Heiliger wird.‘ – ‚Aber Sie glauben ja nicht an Gott.‘- ‚Eben. Kann man ohne Gott ein Heiliger sein, das ist das einzig wirkliche Problem, das ich heute kenne.“ (167)

„Wissen Sie, ich fühle mich mit den Besiegten eher verbunden als mit den Heiligen. Ich glaube, dass ich am Heldentum und an der Heiligkeit keinen Geschmack finde. Was mich interessiert, ist, ein Mensch zu sein.“ (167)

„Es kann übrigens gesagt werden, dass die eigentliche Herrschaft der Pest in dem Augenblick zu Ende war, da für die Bevölkerung ein Fünklein Hoffnung wieder möglich wurde.“ (177)

„‚Was heißt Rückkehr zu einem normalen Leben?‘ – ‚Neue Filme im Kino‘, antwortete Tarrou lächelnd.“ (182)

„Zum Schluss, antwortete er, und das ist das Ende von Tarrous Tagebuch, dass es immer eine Stunde des Tages oder der Nacht gebe, da ein Mensch feige sei, und dass er nur vor dieser Stunde Angst habe.“ (183)

„Der Arzt wusste nicht, ob Tarrou schließlich den Frieden gefunden hatte, aber er glaubte zu wissen, wenigstens in diesem Augenblick, dass für ihn selbst ein Friede niemals mehr möglich sein werde, so wie es für die Mutter, die ihren Sohn verloren hat, oder für den Mann, der seinen Freund begräbt, keinen Waffenstillstand gibt.“ (189)

„Er wusste, was seine Mutter dachte, und dass sie ihn in diesem Augenblick liebte. Aber er wusste auch, dass die Liebe zu einem Menschen nicht viel bedeutet, oder zumindest, dass eine Liebe niemals stark genug ist, um den ihr gemäßen Ausdruck zu finden. So würden er und seine Mutter sich immer wortlos lieben. Und sie würde ihrerseits sterben – oder er -, und ihr Leben lang würde es ihnen nie gelingen, ihre innige Verbundenheit besser zum Ausdruck zu bringen. Auch mit Tarrou war es ihm so ergangen, neben dem er gelebt hatte und der heute Abend tot war, ohne dass ihre Freundschaft Zeit gehabt hätte, richtig zu leben. Tarrou hatte, wie er sagte, das Spiel verloren. Aber er, Rieux, was hatte er gewonnen? Sein einziger Gewinn war, dass er die Pest gekannt hatte und ihm die Erinnerung daran blieb, dass er die Freundschaft gekannt hatte, und ihm die Erinnerung daran blieb, dass er die innige Verbundenheit kannte und ihm eines Tages nur noch die Erinnerung daran bleiben würde. Alles, was der Mensch im Spiel der Pest und des Lebens gewinnen konnte, waren Erkenntnisse und Erinnerung.“ (190)

„Vom Augenblick an, da die Pest die Tore der Stadt geschlossen hatte, lebten sie nur noch in der Trennung; sie waren von jener menschlichen Wärme geschieden worden, die alles vergessen lässt. An allen Enden der Stadt hatten diese Männer und diese Frauen mehr oder weniger nach einer Vereinigung gestrebt, die nicht für alle gleicher Art, aber für alle gleich unmöglich war. Die meisten hatten mit ihrer ganzen Kraft nach einem Abwesenden, der Wärme eines Körpers, der Zärtlichkeit oder der Gewohnheit geschrien. Manche litten oft unbewusst darunter, dass sie von der Freundschaft der Menschen ausgeschlossen und außerstande waren, sie auf den gewöhnlichen Wegen der Freundschaft mit Briefen, Zügen oder Schiffen zu erreichen. Andere, die seltener waren, hatten – wie vielleicht Tarrou – die Vereinigung mit etwas begehrt, das sie nicht nennen konnten, das ihnen aber als das einzig erstrebenswerte Gut erschien. Und mangels eines anderen Namens hießen sie es manchmal Frieden.“ (196)

„Wenn es etwas gibt, das man immer ersehnen und manchmal auch erhalten kann, so ist es die liebevolle Verbundenheit mit einem Menschen. Das wussten sie jetzt.“ (197)

„Er wollte nicht zu denen gehören, die schweigen, er wollte vielmehr für diese Pestkranken Zeugnis ablegen und wenigstens ein Zeichen der Erinnerung an die ihnen zugefügte Ungerechtigkeit und Gewalt hinterlassen; er wollte schlicht schildern, was man in den Heimsuchungen lernen kann, nämlich dass es an den Menschen mehr zu bewundern als zu verachten gibt.“ (202)

Köln, 24.03.2020
Harald Klein

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