Dem Vertrauen Raum geben

Wo wohnt bei Ihnen das Vertrauen?

Stellen Sie sich vor, das Vertrauen wäre bei Ihnen eingezogen. Wo würde es wohnen? Hätte es Wohnung genommen in Ihrem Kopf, im Denken? So, dass vor allem das Abwägen von Begründungen, das Abwehren von Einwänden, und die Vernunft Ihnen sagt: Dem/der kannst du Vertrauen? Hätte es Wohnung genommen in Ihrem Herz, im Gefühl? So, das vor allem die Emotion, die innere Bewegung Ihnen sagt: So, wie der/die auftritt, wie der/die auf mich wirkt, glaube ich, ich kann ihm/ihr vertrauen? Oder hätte das Vertrauen in ihren Händen, im Tun Wohnung genommen? So, dass Sie davon überzeugt sind, es anpacken zu können, es zu schaffen, es zu packen oder, wenn es um Menschen geht, sich durch deren Tun und wirken ansprechen zu lassen, ihm/ihr zu vertrauen, Hand in Hand zu gehen, vielleicht auch nur bildlich – ein Herz und eine Seele zu sein. Stellen Sie sich vor, das Vertrauen wäre bei Ihnen eingezogen. Wo würde es wohnen?

Wieviel Raum schenken Sie dem Vertrauen?

Und die zweite Frage: wie viel Raum überlassen Sie dem Vertrauen in Ihrem Leben? Nehmen Sie die Bilder aus der Geschichte von Elia. Was ist, wenn ein heftiger Sturm Ihr Leben durcheinanderbringt, wenn der Boden wie beim Erdbeben unter den Füßen schwankt, wenn Ihnen „die Hütte brennt“ in der Arbeit, in der Partnerschaft und/oder in ihren Beziehungen? Wie viel Raum hat dann noch das Vertrauen im Haus Ihres Lebens?

Paulus fragt nach dem Vertrauen der Israeliten auf Christus, der in deren Leben Einzug halten will. Sie haben so vieles, auf das sie ihr Vertrauen setzen: sie haben die Bundesordnungen, sie haben das Gesetz, sie haben den Gottesdienst, sie haben die Verheißungen. So wie wir unsere Versicherungen haben, unsere Beziehungen, unsere Meinungen und Regelungen, im Politischen wie im Privaten. Aber all das genügt dem Paulus nicht. „Ihr habt Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit!“ Das sagt er den Israeliten, das sagt er Ihnen und mir.

Wieviel Raum schenken Sie Christus?

Und jetzt gilt es! Wie viel Raum will ich diesem Christus geben, wie viel Raum gebe ich dem Vertrauen, dass er in mein Leben Einzug hält, dass er in meinem Leben wohnen will? „Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme“, sagt Petrus. Und dann wagt er sich raus – und Sie wissen, wie die Geschichte weitergeht. Und dann: bei Petrus ist es die Hand Jesu, bei Elia das stille, sanfte Säuseln – kleine Zeichen, dass beide vertrauen können. Was ist es bei Ihnen? Welche Zeichen, dass Sie dem Vertrauen trauen können, kenne Sie? Und welche Zeichen des Vertrauens, das in Ihnen wohnen will, setzen Sie? Stellen Sie sich vor, dass das Vertrauen auf Gott in Ihnen wohnen will. Wie viel Raum schenken Sie ihm?

Amen.

Harald Klein, Köln

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