„Elfchen“ in der 1. Fastenwoche

Ein Elfchen ist eine einfache Gedichtform, die aus fünf Zeilen und elf Worten besteht. Dabei hat die erste Zeile ein Wort, die zweite Zeile zwei, die dritte Zeile drei und die vierte Zeile vier Worte, die Schlusszeile wiederum hat nur ein Wort – es ergeben sich insgesamt elf Worte. Ich möchte diese knappe Form gerne nutzen, um einen oder mehrere Verse aus Lesung und Evangelium der Tage in der Bußzeit zu „fassen“. Die Regeln zur Gestaltung des Elfchens lasse ich dabei draußen vor und halte mich lediglich an den Aufbau der elf Worte.

Erster Fastensonntag

Gott, der Herr, formte den Menschen
aus Erde vom Ackerboden
und blies ihm in seine Nase
den Lebensatem.
So wurde der Mensch
zu einem lebendigen Wesen
Gen 2,7

ich
fühle mich
oft am boden
weil mir dein lebensatem
fehlt

Montag der 1. Woche der Fastenzeit

Der Herr sprach zu Mose:
Rede zur ganzen Gemeinde der Israeliten,
und sag zu ihnen:
Seid heilig,
denn ich, der Herr,
euer Gott,
bin heilig.
Lev 19,2

heilig
zu sein
vor dir gott
steckt echt zum leben
an

Dienstag der 1. Woche der Fastenzeit

So spricht der Herr:
wie der Regen und der Schnee
vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
sondern die Erde tränkt
und sie zum Keimen und Sprossen bringt,
wie er dem Sämann Samen gibt
und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort,
das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
sondern bewirkt, was ich will,
und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.
Jes 55,10f

worte
die wirken
ich sehne mich
nach worten und menschen
wirklich

Mittwoch der 1. Fastenwoche

Jona begann,
in die Stadt hineinzugehen;
Er ging einen Tag lang und rief:
Noch vierzig Tage,
und Ninive ist zerstört.
Jona 3,4

zerstörung
im ohr
und vor augen
spüre ich im leib
vorbei

Donnerstag der 1. Fastenwoche

Denk an uns, Herr!
Offenbare dich
in der Zeit unsrer Not,
und gib mir Mut,
König der Götter
und Herrscher über alle Mächte.
Est 4,17s
 

offenbare
dich mir
und zeig mir
wie ich sein kann
jetzt

Freitag der 1. Fastenwoche

Wenn sich der Schuldige
von dem Unrecht abwendet,
das er begangen hat,
und nach Recht und Gerechtigkeit handelt,
wird er sein Leben bewahren.
Wenn er alle Vergehen,
deren er sich schuldig gemacht hat,
einsieht und umkehrt,
wird er bestimmt am Leben bleiben.
Er wird nicht sterben.
Ez 18,28f

einsicht
und umkehr
können nicht genügen
am leben bleiben zu
wollen

Samstag der 1. Fastenwoche

Heute hast du
der Erklärung des Herrn zugestimmt.
Er hat dir erklärt:
Er will dein Gott werden;
und du sollst auf seinen Wegen gehen,
auf seine Gesetze, Gebote und Rechtsvorschriften achten
und auf seine Stimme hören.
Dtn 26,17

gesetze
gebote und
rechtsvorschriften zu beachten
diesen vertrag unterschreibe ich
nicht

Köln, 01.03.2020
Harald Klein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.