Methodenblatt „Anhörrunde“

Hören, nicht kämpfen oder ringen

Eine Anhörrunde wird meistens nach einer Besinnung oder Reflexion angewandt.

Sie zielt darauf ab, nicht darum kämpfen zu müssen, auch zu Wort zu kommen zu dürfen. Gleichzeitig erleichtert sie jedem und jeder aus der Gruppe, dass jedem Gesprächsbeitrag genügend Raum gegeben wird. Sie hilft dazu, eine Aufmerksamkeit für das Gruppenmitglied, das spricht, einzuüben.

Einübung von Ambiguität – zum Neben- und Miteinander verschiedener Positionen

Ihr großer Vorteil ist, dass verschiedene Meinungen nebeneinander stehen bleiben können, ohne dass sie sofort bewertet oder diskutiert werden (müssen).

Zu Beginn wird die Methode vorgestellt und das Einverständnis der Gruppenmitglieder erfragt. Nach einer kurzen Zeit der Stille, des Sich-Einfindens in der Gruppe lädt der Leiter/die Leiterin ein, in zwangloser Folge mitzuteilen, was die einzelnen Gruppenmitglieder zum anstehenden Thema sagen möchten. 
Die anderen Gruppenmitglieder versuchen jeweils, den Sprechenden/die Sprechende zu verstehen, indem sie aufmerksam und ehrfurchtsvoll zu hören, ohne zu unterbrechen, zu bewerten oder einzuordnen. Verständnisfragen können gestellt werden, wenn etwas nicht verstanden wurde. Es soll jedoch keine Diskussion stattfinden.

Stille Meinungsbildung aufgrund des Gehörten

Wenn alle Gruppenmitglieder ihren Beitrag eingebracht haben, bedenkt in einer kurzen Zeit der Stille jeder/jede für sich, was 
das Gehörte in ihm/ihr ausgelöst hat (Bestätigung, Ermutigung, Herausforderung …), das kann auch ausgesprochen werden.

Gemeinsamer Austausch

Wenn die Anhörrunde als Einstieg in ein Thema benutzt wird, kann sich ein Gespräch anschließen.

Harald Klein, Köln

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