Verw:ortet im Januar 2022: Harrington, Joel F. (2018): Meister Eckhart. Der Mönch, der die Kirche herausforderte und seinen eigenen Weg zu Gott fand, München

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Ein spiritueller Wegbereiter des 14. Jahrhunderts

Meister Eckart, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Thüringen geboren, wird in der Biografie von Joel F. Harrington, Professor für Europäische Geschichte an der Vanderbilt University in Nordamerika, als ein Herausforderer für die Kirche bewertet. Gleichzeitig sei die Mystik des Meister Eckhart ein eigener Weg zu Gott, den zu gehen es keiner kirchlichen Vermittlung bedarf. Was für unsere heutigen Ohren eher selbstverständlich klingt, war im 14. Jahrhundert ein Angriff auf die Kirche, die den Theologen nicht verschonte. Den Ausgang der Untersuchung seiner Lehre durch die römische Inquisition erlebte Meister Eckart nicht mehr. Nach seinem Tode wurden einige seiner Lehren kirchlich verworfen.

» Gott solle überhaupt nicht gesucht werden,
entschied Eckhart nun.
Das Loslassen aller Begierden,
selbst des Wunsches nach Gott,
sei der einzig wahre Weg,
um sich auf die Erfahrung Gottes
vorzubereiten. «
Meister Eckhart: Deutsche Predigten in: Die deutschen Werke (1936-2007), Bd. 1, S. 450,, in: Harrington, Joel F. (2018): Meister Eckhart. Der Mönch, der die Kirche herausforderte und seinen eigenen Weg zu Gott fand, München, 319.

Das Buch zu lesen, gibt Einblick in die Zeit des Zusammenkommens von Kirche und Universität. Zeitgenossen des Meister Eckart sind Albertis Magnus und Thomas von Aquin. Die herausragende Rolle des Dominikanerordens, dem alle drei angehören, kommt gut zur Geltung. Die Quellenlage und die Weise der Vorstellung der Texte von Meister Eckart wird in einer guten Kontinuität dargestellt, sodass das Lesen ein inneres Mitgehen und Verstehen ermöglicht.

Das neue Jahr soll den Entdeckungen und Aufdeckungen des Meisters der spirituellen Theologie des 14. Jahrhunderts gelten. Die Seitenzahlen nach den Zitaten auf der „Verw:ortet“- Seite beziehen sich auf das oben angegebene Buch.

Köln, 31.12.2021
Harald Klein