„Werft das Netz noch einmal aus!“ (Joh 21,6) – Master-Thesis

Das Forschungsprojekt zur Master-Thesis

Der Wahl dieses Forschungsprojektes liegt eine konkrete Anfrage an mich zu- grunde, sie ist eine Art „Auftragsarbeit“. Die „Gemeinschaft Christlichen Lebens“ (GCL), mit er ich seit 1999 verbunden bin und der ich seit 2001 angehöre, möchte ihren nicht mehr zeitgemäßen Internetauftritt verändern und fragt um meine Mithilfe an. Eine kleine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Gemeinschaft sollt gebildet werden und dieses Projekt angehen. Einige Veränderungswünsche und technische Hinweise werden der Arbeitsgruppe seitens des Vorstands mit auf den Weg gegeben. Und jetzt los…- doch die Frage bleibt: aber wie? Woraufhin? Mit welchen Zielen und mit welchen Möglichkeiten der Gestaltung? Und dann die Frage nach der Einbindung des Internetauftritts in die anderen Kommunikations-wege innerhalb der Gemeinschaft bzw. von der Gemeinschaft weg nach „außen“ – oder umgekehrt: die Einbindung der anderen Kommunikationsmittel und -formen auf die neugestaltete Homepage hin, oder die Möglichkeiten des Zugriffs auf die Inhalte oder die Formen der Vernetzung anhand des Internetauftritts. Fragen im Vorfeld, die zu dieser Arbeit führten. Diesen Fragen soll hier nachgegangen werden Das Ergebnis sei hier einleitend und kurz vorweggenommen – der Weg dorthin wird dann in den einzelnen Kapiteln begründet.

Gliederung der Arbeit

Im ersten Teil wird eine Hinführung zum Forschungsprojekt angeboten. Meine Fragestellung wird hier präzisiert und entwickelt. Sie lautet: „Wie stellen Geistli- che Gemeinschaften ihren Sendungsauftrag im Internet dar, und wie wird deren Sendungsauftrag durch ihren Internetauftritt erfahrbar?“. Der Focus des „Sen- dungsauftrages“ ist der Tatsache geschuldet, dass in der jeweiligen Sendung ein entscheidend-unterscheidendes (und unterscheidbares) Alleinstellungsmerkmal jeder Gemeinschaft liegt. Die Frage nach der „Erfahrbarkeit“ zielt darauf, inwieweit diese Selbstdarstellung die Gestalt der Gemeinschaft erahnen lässt und inwieweit sie Partizipationsmöglichkeiten an dieser Sendung ermög- licht. Beide Kriterien der Fragestellung – „Sendungsauftrag“ und „Erfahrung“ – werden im zweiten bzw. dritten Teil der Arbeit genauer definiert, beschrieben und begründet.

Methodische Positionierung und Forschungsgegenstand

Zurück zur Hinführung im ersten Teil: Die Arbeit soll begründet methodisch po- sitioniert werden im Rahmen einer streng qualitativen Forschung. Das For- schungsfeld wird hier nur beschrieben, die Begründung dieses Forschungsfeldes liefert dann der zweite Teil. Es umfasst die Gemeinschaften des „Neokate- chumenalen Weges“, der Gemeinschaft „Comunione e liberazione“ (CL), die „Fokolar-Bewegung“, die „Gemeinschaft Sant‘ Egidio“ und natürlich die „Ge- meinschaft Christlichen Lebens“ (GCL).

Das Erhebungsverfahren

Als Erhebungsverfahren wird eine Analyse deren Internetauftritte hinsichtlich der Darstellung des spezifischen Sendungauftrages und dessen Erfahrbarkeit im Internet vorgenommen. Neben der im zweiten Teil vorgeschalteten Klärung des Begriffs der Sendung und des Sendungsauftrages ist daher im dritten Teil eine Klärung des Begriffes der Erfahrung notwendig. Der Internetauftritt wird verstanden als eine textgebundene Antwort auf Fragen, die in einer Art leitfra- gengestützten Interviews an den Internetauftritt herangetragen werden. Dabei liefert das bereits erwähnte Dokument des ZDK (2013) die Kriterien, nach de- nen gefragt wird.

Der Begriff der „Erfahrbarkeit“

Der Blick richtet sich nun auf den Begriff der Erfahrung Hier wird es um eine phänomenologische Annäherung an diesen Begriff gehen. Mit Hilfe der Gestalt- theorie und des Interaktionistischen Konstruktivismus kann deutlich gemacht werden, wie Erfahrungen durch, mit und im Internet „gemacht“ werden können – im Sinne von „Partizipationsmöglichkeiten“ auf verschiedenen Kommunikati- onswegen oder durch ermöglichte synchrone bzw. asynchrone Prozesse.

Die Auswertungsmethode und die Zusammenfassung

Als Auswertungsmethode wird auf die Qualitative Inhaltsanalyse nach MAYRING zurückgegriffen.

Der vierte Teil liefert Zusammenfassungen der Analysen, die ausführlich in an- hängen belegt sind. Abschließend versuche ich im fünften Teil, die „Gemein- schaft Christlichen Lebens“ zu einem neuen „Auswerfen des Netzes“ mit kon- kreten Vorschlägen zu ermutigen, nicht, um „Menschen zu fischen“, sondern um ihren Sendungsauftrag deutlich zu artikulieren und Möglichkeiten vorzuhal- ten, ihn über das Internet erfahrbar werden zu lassen.

Das Ergebnis, auf das hin diese Arbeit entstand, ist seit Aschermittwoch 2018 zu sehen auf der Homepage der Gemeinschaft Christlichen Lebens – es war außerordentlich spannend, mit der Arbeitsgruppe diese Seit zu entwickeln und umzusetzen.

Harald Klein, Köln

Den Gesamttext der Master-Thesis können Sie unten rechts downloaden.