Methodenblatt „Achtsam fühlen“

„… wenn Ihr einander liebt“

Im Johannesevangelium ist einige Male von der gegenseitigen Liebe als dem Erkennungsmerkmal der Jünger und der Christen die Rede.

So sagt Jesus in Joh 13,34: „Ein neues Gebot gebe ich Euch: Liebt einander! Wie ich Euch geliebt habe, so sollt auch Ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass Ihr meine Jünger seid: wenn Ihr einander liebt.“

Und im Weinberggleichnis in Joh 15,9 heißt es: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich Euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe. […] Das ist mein Gebot, dass Ihr einander liebt, wie ich Euch geliebt habe.“

Gefühle wahrnehmen und ins Wort bringen

Für einen Paarabend, aber auch für das Gespräch unter Freundinnen und Freunden, vielleicht auch zur Einzelbesinnung kann es fruchtbar sein, sich einmal selbst zu fragen, wie sich Liebe „anfühlt“ – für mich selbst, oder in der Wahrnehmung des Gegenübers auf ihn/sie hin oder auch von ihm/ihr her. Was nehme ich emotional, fühlend wahr?

Die Methode dazu – basierend auf den Übungen zur Achtsamkeit – ist einfach: Sie gehen innerlich einen Schritt zurück und beobachten sich selbst, wie Sie „Liebe“ schenken, wie Sie „Liebe“ empfangen“ oder wie Sie „Liebe“ beim anderen bzw. von ihm/ihr her wahrnehmen.

Unser Vokabular, Gefühle auszudrücken, ist leider häufig sehr gering. In seinem Buch über Gewaltfreie Kommunikation stellt Marshall Rosenberg eine Liste von Gefühlen zusammen, die über die Frage nach dem Empfinden von Liebe hinausgeht, die aber unserem Empfinden „Ausdruck“ zu geben vermag. Ich hänge die Liste hier zum Download an.

Für den Austausch mag es hilfreich sein, einige Gefühle zu markieren, die ausdrücken, wie Sie Liebe bei sich wahrnehmen, wie Sie die Liebe des/der anderen wahrnehmen, vielleicht auch, welche Gefühle Sie erhoffen oder welche Sie verlockend klingen.

Harald Klein, Köln

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